Hund macht

vor Frauchen

schlapp

Betzendorfer wandern nach Offenwarden

Die Idee entstammt einer Laune. Jens Alpers erzählt, dass Mitglieder des befreundeten Schützenvereins in Offenwarden - der Ort liegt an der Autobahn 27 auf halber Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven
- im vorigen Jahr auf dem Fahrrad zum Königsball in die Heide
gestrampelt waren. „Das toppen wir!" tönten
damals vollmundig die bierseligen Betzendorfer- und vergaßen nach dem Fest ganz schnell ihr Vorhaben.

Bis auf einen, Jens Alpers.
Der Garten- und Landschaftsbauer erinnerte sich an einem langen, dunklen Winterabend heiterer Sommertage und an den Einfall mit der Wandertour. Wieder ins Gespräch gebracht, antworteten die rund 200 Schützenkameraden und -Kameradinnen mit einem mitleidigen Lächeln. Der 39-Jährige jedoch ließ nicht locker und überredete schließlich Torben Schippers. Stephan Witte, Christa Kistenbrügger und Marion Meinshausen zum Marsch.
Die zwei Frauen und drei Männer - der Jüngste 23 Jahre alt, Kistenbrügger mit 53 die älteste - sind berufstätig, Sie haben sich für die Tour Urlaub genommen, Kistenbrügger und Meinshausen. die als Reinigungspersonal im Kindergarten und in der Schule arbeiten, verzichten gar auf einen Teil ihres Gehalts. Nach den Sommerferien, zeitgleich mit der Wanderung, beginnt wieder ihr Dienst. Ihr Geld reichen sie an die von ihnen organisierte Vertretung weiter. Dem Wanderglück seiner Ehefrau will Klaus Meinshausen nicht im Wege stehen. Er befreit sich ebenfalls von seinen Alltagsaufgaben, um die schulpflichtigen Kinder, zwölfjährige Zwillinge, zu hüten.

Alpers, zwölf Jahre Sanitäter
bei der Bundeswehr und erfahren im Umgang mit Blasen und Hitzschlag, hat die günstigste
Strecke entlang von Kreisstra­
ßen zusammengestellt. „Wir wollen nicht querfeldein laufen", betont er. Marschiert wird mit leichtem Handgepäck. Ein Versorgungsfahrzeug, gesteuert von Patrick Schippers, fährt voraus. Schippers wird die Pausen und Nachtquartiere vorbereiten. Die Schützenkönige verschiedener Jahre, erläutert Alpers, wollen sich nichts schenken und in Heuschobern und Zelten übernachten.
Glauben die Männer dank
Rad fahren, Fuß- und Volleyball spielen, ausreichend Kondition zu besitzen, betrachten die Frauen ihre Fitness kritisch. „In den Ferien bietet der Turnverein keine Gymnastik an", bedauert Kistenbrügger. Ausdauer trainiert sich die 53-Jährige daher bei täglichen Wanderungen mit Meinshausen. Inzwischen nicht mehr dabei - die vierjährige „Quixi von Bleichensand". Adelige sind Anstrengungen eben nicht gewohnt.

Ø            Wer den langen Marsch scheut, aber dennoch am Schützenfest in Offenwarden teilnehmen möchte, kann sich unter 04138/272 einen Platz im Bus reservieren. Dieser startet am Sonntag, 4. August.

 

Quelle; Landeszeitung Lüneburg vom 29. Juli 2002 – Nr. 174

 

Anmerkung vom 05.08.2002: 

Stephan Witte musste aus beruflichen Gründen ausscheiden.

Die anderen vier Teilnehmer sind ohne größere Zwischenfälle mit leicht wunden Füßen zeitgerecht in Offenwarden angekommen und wurden dort „mit großem Hallo“ und „ungläubigem Staunen“ empfangen.

Eine Abordnung des Vereins reiste am Sonntag, den 04.08.2002, mit dem Bus nach und nahm auch die Wanderer, die sich die Strapazen des Rückmarsches ersparen wollten, mit zurück nach Betzendorf.

Einstimmiger Kommentar der Wanderer:

„Es hat viel Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung. Noch mal möchten wir es aber nicht machen.“

Ich glaube, dass diese Leistung unser aller Respekt und Anerkennung verdient.

 

Reinhard Meyer,  Schützenverein Betzendorf.