Pressebericht aus der LZ vom 02./03.07.2005
Zwei Majestäten
haben Spaß
Ute und Winfried Hye haben ausgebuchte Wochenenden –
sie vertreten
ihren Verein auf vielen Festen
ca Betzendorf.
Am Wochenende haben die Majestäten keine Zeit, sie müssen repräsentieren. Ute und
Winfried Hye setzen sich ins Auto und fahren los, morgen zum
Beispiel zum Schützenverein nach Oldendorf/Luhe. Die Sachen liegen
griffbereit: schwarze Hosen, grüne Jacken, weißes Hemd und Bluse, eine
Krawatte, blank gewienerte schwarze
Schuhe. Natürlich die Königsketten und Orden.
Für das Umziehen braucht das
Ehepaar nur einen Augenblick. Routine. Allein im Juni war waren die beiden jeden Sonntag bei einem anderen Verein
zu Gast, um den 270 Mitglieder zählenden Betzendorfer Verein bei
Schützenfesten würdig zu vertreten.
Wenn sie aus dem Haus gehen, um für ihr Dorf zu werben,
schreiten die Hyes an zwei stolzen Schützenscheiben
vorbei. Im vergangenen August erzielte
Winfried Hye einen 712-Teiler und seine Frau einen 769-Teiler. Einzigartig in der Geschichte
der Betzendorfer Schützen, dass ein Ehepaar
sich gemeinsam die Majestätswürde erschoss
- die beiden 61-Jährigen strahlen, wenn sie daran zurückdenken.

Was für andere Stress sein mag, bereitet den Hyes königlichen Spaß. Denn mit der Würde begann
die Arbeit. „Letztes Jahr waren wir zweimal los", erinnert sich Ute Hye. „Nein, stimmt
nicht, wir hatten noch das
Kreisschützenfest und den
Königsball." Dieses Jahr begann
die Saison Ende Mai. Ein bisschen kommen die Hyes beim Aufzählen der Termine
durcheinander - es sind ja so viele, ein Dutzend kommt wohl zusammen. Denn neben Schützenfesten etwa
in Wendisch Evern, Oedeme, Bardowick und Kirchgellersen fahren sie mit ihrem Verein
im Reisebus nach Offenwarden bei Bremen. Beide Clubs verbindet seit langen Jahren eine Freundschaft. Bevor es losgeht, steht Ute Hye in
der Küche und belegt Sandwiches. Das
erwartet man von einer Königin so, ebenso wie von Winfried Hye, dass er
Bier und Jägermeister besorgt. Der ehemalige
Altenpfleger lacht und sagt: „Die
Burschen haben ja Durst."
Doch die beiden finden
das ganz in Ordnung, denn ihre Adjutanten helfen gerne mit. Und bei
anderen Feiern ist es selbstverständlich, dass die Damen aus dem Verein Kuchen und Torten stiften.
Freibier
und Karussell fahren
Mit
dem Geld ist es so eine Sache, ganz
billig ist die Königsehre nicht. „Beim Schützenfest gab's 50 Liter Freibier und die Kinder
bekamen Marken fürs Karussell", erzählt Hye.
Seine Frau bewirtete Damen in der Sektbar.
Die „Buchhalterin in Vollzeit" kann rechnen und freut sich auch deshalb
über einen Zuschuss des Vereins. Denn
mit einem freigiebigen Tag ist es nicht getan. Wenn die Könige anderen Majestäten in den umliegenden Dorf-Monarchien huldigen, ist
hier und da 'ne Runde fällig. Doch
ganz wichtig ist den Hyes zu erwähnen, dass ihr Gefolge wie etwa der Erste Ritter Gerald
Dangers und Adjutantin Susanne Schwarz „keine zugeknöpften Portmonees haben".
Morgen fahren sie los
in schmucken
Uniformen
und freuen sich, in
Oldendorf mit Schützenschwestern und -brüdern zu feiern. Sie hoffen auf viele Mitstreiter aus ihrem Verein, denn sie brauchen Gefolge, damit die
stolze Betzendorfer Fahne durch den
Nachbarort getragen wird. Beide lächeln majestätisch und sagen: „Es macht einfach Spaß."